Einführung

Die biologische Evolution ist ein von Konkurrenz um Ressourcen getriebener dynamischer Prozess, in dem „die Besten gewinnen“. Evolutionsprozesse erzeugen spezifische Anpassungen biologischer Arten an die vorherrschenden ökologischen Randbedingungen. Diese Anpassungen sind für die betreffenden Arten der Schlüssel, um sich im Wettbewerb mit anderen Arten behaupten zu können. Dieser evolutive Selektions- und Spezialisierungsprozess erzeugt -ähnlich wie in Gesellschafts- und Wirtschaftssystemen- ein hochkomplexes Gefüge gegenseitiger Wechselbeziehungen und Abhängigkeiten, in dem jede Art ihre „spezifische Rolle“ einnimmt. Biodiversität und Anpassung sind daher zwei wesentliche Facetten eines dynamischen und komplexen Artengefüges, zu dem auch der Mensch gehört. Die Erhaltung der Biodiversität mit ihrem komplexen Beziehungsgefüge ist eine allgemein akzeptierte gesellschaftliche Aufgabe, die bis in staatliche und europäische Richtlinien durchschlägt (z.B. Natura 2000, FFH-Richtlinie).

Die Erfüllung dieser Aufgabe erfordert es, dass unsere Kenntnisse einerseits durch Forschung vertieft, andererseits aber auch in der Gesellschaft kommuniziert und reflektiert werden. Anpassungserscheinungen im Organismenreich und damit Mechanismen zur Erzeugung und Aufrechterhaltung von Biodiversität sind daher auch zentrale Aspekte im naturwissenschaftlichen Unterricht der Gymnasien.
  
BiodivA will die im Bereich Biodiversität aktiven Kräfte aus Bildung (Regierungspräsidien, Seminare für Didaktik und Lehrerbildung, Stützpunktschulen, öffentliche Einrichtungen wie z.B. Wilhelma, Naturschutzzentren) und Forschung (Universitäten Tübingen und Stuttgart) vernetzen. Dazu sollen Wissenschaftler, Lehrer, Schüler und Studenten an spezifischen für diese Zwecke ausgestatteten Lernorten (ausgewählte außerschulische Lernorte sowie zwei Stützpunktschulen und Labors der Universitäten) zusammenkommen, um sich im Bereich der Biodiversität und Evolution aus- und fortzubilden.